2019 - RUSSLAND

AUF DEN SPUREN DER WOLGADEUTSCHEN BIS IN DEN KAUKASUS

Nach einem ersten Anwerbeversuch durch Zar Peter den Großen, Anfang des 18. Jahrhunderts, schrieb die deutschstämmige Katharina die Große, die am 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren wurde, am 22. Juli 1763 ihr Manifest. Damit ermöglichte sie tausenden deutschen Bauern die Ansiedlung in den Ebenen beiderseits der Wolga. Sie versprach den Siedlern Religionsfreiheit, Steuerfreiheit und das Verfügungsrecht über ihr Land. Daher der Name der Wolgadeutschen, die dem Angebot von 150 Rubel als Vorschuss unterstützt, in das versprochene Paradies folgten. Es waren ca. 100 Deutsche Siedlungen geplant, die später von bis zu 28.000 Wolgadeutschen bewohnt wurden. Über Lübeck folgten die Auswanderer aus der, durch den 7-jährigen Krieg ausgelösten Not, über Bornholm, den Finnischen Meerbusen nach Kronstadt. Dann ging es über Nowgorod weiter in den Süden teilweise entlang der Wolga (auch Mütterchen Wolga genannt). Hier wurden sie sesshaft, machten das Land fruchtbar und pflegten die deutsche Kultur. Diese Epoche endete jedoch im 2. Weltkrieg in 1941/2, als Stalin die Wolgadeutschen zwangsweise nach Kasachstan und Sibirien umsiedeln ließ.

WIR KÖNNEN EURE UNTERSTÜTZUNG GEBRAUCHEN

RECHERCHE ZU UNSEREM PROJEKT 2019

Unsere Recherchen laufen seit Wochen auf Hochtouren und das auch in Russland, denn mittlerweile haben das Auswärtige Amt in Moskau und der Kulturattachée des Generalkonsulates in Jekaterinburg, nach sehr positiver Resonanz, ihre Unterstützung zugesagt. Natürlich sind auch Experten aus unserer Heimat wieder für uns aktiv. Aber auch Experten aus der Industrie beraten uns. Und wir sind mittlerweile fündig geworden. So sind Ende des 18. Jahrhunderts innerhalb von nur 6 Jahren mind. 75 Personen aus unserer Heimat dem Ruf der Zarin Katarina in das Wolgagebiet gefolgt. Viele stammten aus dem Wetzlarer Raum, aber auch aus Marburg, Damshausen, Buchenau, Biedenkopf, Treisbach und aus Roth (in Oberhörlen getauft). Die sogenannten „Russland Hessen“ haben dort bis heute Fragmente ihrer und damit unserer heimatlichen Dialekte hinterlassen. Schliere für Schlitten, geschniere für geschnitten, geliere für gelitten und ganz wichtig für Radfahrer, Kerre für Kette, sind nur einige Beispiele.

Unten sind die Namen aufgeführt, aus welchen Orten in Hessen sie stammten und wann sie in das Wolgagebiet ausgewandert sind. Wir haben nun die Hoffnung, vor allem auch mit Hilfe der Leser, mehr über den Verbleib dieser sogenannten Russlandhessen und deren weiterer Lebensgeschichte in Russland zu erfahren. Denn viele Nachfahren der Auswanderer sind mittlerweile wieder nach Deutschland und damit zu den Wurzeln ihrer Vorfahren zurückgekehrt. Ganz besonders interessieren uns folgende Namen die bis auf Valentin Adam und Konrad Kump alle aus dem historischen Hinterland stammen.

NACHNAME
Adam
Arnold
Becker
Koch
Dam
Kump
Berger

VORNAME
Valentin
Johannes
Johannes
Joh. Ludwig
Johann Georg
Konrad
Joseph

ORT
Momberg/Marburg
Damshausen/Biedenkopf
Biedenkopf
Buchenau/Biedenkopf
Eschenburg/Roth
Hirzenhain/Dillkreis
Rodheim Bieber/Wetzlar

AUSWANDERUNGSDATUM
1763-1769
1763-1769
1763-1769
1763-1769
geb. 07.03.1766
1763-1769
1763-1769

 
 
Namensliste
 
 

In dieser Projektphase ist es jetzt für uns sehr wichtig herauszufinden, wo (Wolgagebiet und / oder Kaukasus) diese hessischen Auswanderer vielleicht heute noch sichtbare Spuren (gerne auch Nachfahren) hinterlassen haben. Aber auch von den deutschen / hessischen Einwanderern importierte und hoffentlich heute noch existierende Kultureinflüsse, Baudenkmäler, oder gar Produkte (wir hörten z.B. von einem sehr bekannten Senf, der heute noch produziert wird) sind hochinteressant für uns.

 
 
 
 

Sollten Sie Hinweise und Infos zu unserem Projekt haben, senden Sie uns doch bitte eine E-Mail.

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